Die Gäste vom 20. Januar 2009:
Kinderweisheiten, die Tagebücher von Erich Honecker, Antworten auf Fragen, wie: Haben Kopiergeschäfte in Anatolien wirklich den ganzen Tag geöffnet? und Aufschlussreiches aus dem vermeintlich so anderen, schwulen Alltag. All das und einiges mehr bietet Sacha Brohm in seinem Leseprogramm.
Geboren am 18.10.75 in Lingen an der Ems aber das verlässt er, um in Bielefeld Literaturwissenschaften und Germanistik zu studieren. Seit 1995 schreibt er, um das Geschriebene vorzulesen. Erst noch voller Pathos und dem Willen zur Tiefe, was gehörig in die Hosen geht, mittlerweile humorvoll und mit Hang zum Oberflächlichem, Kurzweiligen. Das ist gar nichts Schlimmes. Er hat selbst am meisten Spaß, wenn die Zuhörer lachen und nach Zugaben verlangen, denn das ist sein größtes Ziel, seine Lebensaufgabe könnte man fast sagen. Den Leuten das Lachen zurückbringen in einer Zeit, in der die Menschen so unzufrieden sind, wie schon lange nicht mehr. Verkulten sollte man das Gelache aber auch nicht.
Hervorzuheben ist hier vor allem Bielefelds erfolgreichste Lesebühne Zirkeltraining, die im März 2002 zum ersten Mal selbstgeschriebene Texte in einer Kneipe vorträgt. Dabei haben vor allem humorvolle, satirische Texte Vorrang. Einmal im Monat stellen die 5 Autoren neue Texte in der „Hammer Mühle“ vor, zweimal gehen sie auf mehrtägige Deutschlandtournee, sie veranstalten Open Air Lesungen und jedes Jahr am 23. Dezember eine große Weihnachtslesung, die durchschnittlich von bis zu 350 Zuhörern besucht wird. 2004 bringt der Berliner Verbrecher Verlag eine Sammlung der besten Texte als Buch heraus.
Neben dem Zirkeltraining veranstaltet er mit Volker Backes die Lesebühne Sitzen 73 im Bielefelder Kino Lichtwerk und seit Anfang 2006, zusammen mit Stefanie Schröder, Küchenlesungen im Bielefelder Raum.
Die Texte von Sacha Brohm behandeln alltägliche Themen, dabei haben sich im Laufe der Jahre auch schwule Inhalte eingefügt. Neben den Alltagstexten schreibt Sacha Brohm gerne fiktive Tagebücher, Märchen und Dialoge. Persönlich liest er gerne Texte von Loriot, Woody Allen, Max Goldt, Josef Winkler und natürlich, fast jeden Tag, die gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm.
Nebenbei ist er Texter und Musiker bei der Band Punk Soul Loving Bill, Mitwirkender an verschiedenen Kurzfilmprojekten (Ton, Text, Darsteller) und Hörspielen (Text, Sprecher).
und
1968 in Essen geboren, lebt in Berlin. Slam-Poet und Netz-Literat sowie seit mehr als 20 Jahren und 13 CDs Sänger und Texter bei Marilyn's Army. 1998 für die Hyperfiction "Aaleskorte der Ölig" von der ZEIT mit dem "Pegasus"-Preis für Internet-Literatur ausgezeichnet. Studierte Kommunikationswissenschaften und arbeitete zehn Jahre lang als Webmaster für Universal Music. 2004 erschien mit "Spätwinterhitze" der erste deutschsprachige Hyperfiction-Roman auf CD-ROM (Verlag Voland & Quist); 2005 feierte sein Online-Musical "Endlose Liebe/Endless Love" Premiere. Seine besten Slam-Texte gibt es seit März 2007 in "Will Kacheln" (Buch und CD, Verlag Voland & Quist). Seit August 2007 schreibt er den Stadtkind-Blog auf tagesspiegel.de. Monatliche Kolumnen in diversen Magazinen, zahlreiche Beiträge in Anthologien und Zeitschriften. Permanent auf Lese-Reise und mit dem Tanzorchester Baron von Kurz in der Republik unterwegs. Außerdem DJ und einstmaliger Deutscher Vizemeister im Skateboardfahren.
Pressestimmen
"Jugendliche Kraft paart sich da mit schmunzelnder Altersweisheit, Rock'n'Roll mit Romantik und Wahnsinn mit Methode." Kultura Extra
"...bot alles auswendig dar - und zeigte sich als Performer, der mit seiner breiten Vielfalt an gestalterischen Mitteln jeden Text zum Erlebnis macht. Seine Prosa und Lyrik ist von geradezu überwältigendem sprachlichem Einfallsreichtum. Der Wortfundus, aus dem er schöpft, riesig." Dresdner Neue Nachrichten
"Seine dichterische Handschrift begeisterte: die kunstfertige Verbindung von traditionellem Versmaß und anachronistischem Vokabular mit postmodernen Sachthemen und maliziöser Ironie" Main-Echo
"Bei wenigen Bühnenautoren wird die Entfernung vom Gesprochenen und Gedruckten so deutlich wie bei Klötgen, der seine Texte am Mikro aufladen kann mit einem hörbaren Spaß am Gereim, am Angedeuteten, an skurrilen Überschlägen." Leipziger Internet Zeitung
"...spitzfindig und tiefsinnig. Ein irisierendes, flimmerndes Sprachgebilde, das an Geist und Schönheit dem des alten Mörike kaum nachsteht. Ein Hochgenuss." Mittelbayerische Zeitung
