Die Gäste am 19. August 2008:
Irgendwann war Punk langweilig, irgendwann wurden Open Mics bieder, irgendwann lag Staub auf der Gitarre, irgendwann hatten Gedichte einfach keine Bewegung mehr. Irgendwann nahmen wir uns eine Groovebox und ein Mikrofon und versuchten mal was Neues. Irgendwann kommen wir auch zu Dir!
Jan Egge Sedelies ist Autor, Zeitungsredakteur und Literaturveranstalter. Die renommierte Schriftstellerin Tanja Dückers lobt Sedelies' Gedichte in der „Zeit“ als „angenehm nicht-kulturbetriebsnudelhaft“, die „Intro“ mag Sedelies' Angriff auf die Politik im Alltäglichen und die „taz“ findet es einfach nur schön, wenn er mit Mikrofonständern wirft. Costa Carlos Alexander ist ein Alter Frickler an Groovebox und Chaospad. Als Punkrocker gestartet und DJ gealtert, greift er nun auf elektronische Instrumente zurück, um als Live-FX-Trickser und Elektro-Klanginstallateur bei „B.U.T.Z.E.“ und der „Maximalgang“ für den passenden Beat zu sorgen. Seit 2006 touren sie zusammen als Beatpoeten durch die Republik.
Die Beatpoeten formen aus Gedichten und Prosastücken kleine Hörspielminiaturen, Traumreisen und mitreißende Liedtexte. Das Besondere: Die Stimme wird zum begleitenden Instrument, Lyrik wird tanzbar. Während Alexander per Chaospad und Groovebox feingliedrige Melodien produziert, die mal melancholisch, mal treibend, immer rhythmisch daherkommen, performt Sedelies die Texte. Solche Melangen kennt man vielleicht aus dem Hip-Hop-Bereich, aber die Beatpoeten verbinden keine Rapeinlagen mit vorproduzierten Beats: die Beats entstehen live, werden improvisiert und entfalten sich im Zusammenspiel des Duos auf der Bühne. Zudem sind die Texte hintergründig, intelligent, hochpolitsch und trotzdem unterhaltsam. Es geht nicht darum möglichst laut und lästig seine Sicht der Dinge klarzustellen, sondern unprätentiös Geschichten zu erzählen, die berühren. Nicht mehr und nicht weniger. Inhaltlich geht es genauso um die Prozesse zu Genua 2001 oder die Generation Prekariat bis Zukunftsangst, wie das Gefühl, nach zu vielen Bieren allein nach Hause zu wanken ohne Sinn und Sehnsüchten dahinter, um melancholische Momente zwischen Arbeitszeit und Freizeit, um den Ausverkauf des letzten Protests, aber auch um die letzten rosa Delfine im Mekong. Die Beatpoeten bieten keine einfachen Parolen an, aber trotzdem das Gefühl, dass es anders geht, anders möglich ist, zu leben, zu feiern, zu sein.
Seit 2006 geben die Beatpoeten Konzerte. Angefangen als Special-Act bei WG-Partys, Poetry Slams und Mix-Shows sind sie mittlerweile fester Bestandteil der hannoverschen Elektro-Club-Szene - und können auf mehr als 40 Konzerte 2007 zurückblicken.
Weitere Information, Hörproben & Videos hier oder hier.

und Florian Müller
Florian Müller, Jahrgang 1974, ist freier Journalist, Moderator, Autor, Fotograf und Multitalent aus Köln.
In Bonn moderiert er den Poetry Slam „Rosenkrieg“
Er weiß alles über Bundeskegelbahnen, Frauen und Kartoffelsalat. Außerdem liest er humorvolle Kurzprosa.. 
